Forstverwaltung BIRKENSTEIN aus der Steiermark
Es ist das Ziel von Alexander Tacoli, die Ertragslage seines land- und forstwirtschaftlichen Betriebes durch Nebennutzungen vom Holzeinschlag unabhängiger zu machen. Das gelingt mit Erfolg durch Produktion und Vermarktung von Christbäumen und Stangenmaterial für naturnahe Pferdekoppel.
Der Betrieb umfasst insgesamt 709 ha, davon 605 ha Wald und 104 ha landwirt-schaftliche genutzte Flächen. Der Hauptteil des Betriebes befindet sich in Birkfeld (419 ha), ein Nebenbetrieb mit 290 ha liegt in Ober-Grafendorf (Niederösterreich). Die Christbaumproduktion erfolgt auf einer Fläche von 16 ha.Mit dem Wild leben
Im Forstbetrieb wird besonderer Wert auf die Naturverjüngung gelegt. Die Bestände setzen sich je nach Höhenlage überwiegend aus Fichte, Lärche, Kiefer, Tanne, Ahorn und Birke zusammen, wobei ein Großteil dieser Baumarten auch in den Naturverjüngungen vertreten sind. Für Alexander Tacoli gilt der Grundsatz "Mit dem Wild leben". Wildschäden werden daher nicht durch erhöhte Abschüsse, sondern durch Einzäunungen und Einzelschutz verhindert. Zur Erzielung von Wertholz werden bei Lärche, Ahorn und Douglasie Astungen durchgeführt. Auf den zum Teil nährstoffarmen Böden wird durch Kalkung eine Bodenverbesserung angestrebt. Bisher wurden 35 ha gekalkt. In den schlechtwüchsigen Kiefernbeständen wird eine Bestandesumwandlung angestrebt. So ist es in einem Bestand mit vorwiegend Kiefer nach Einzelstammentnahmen auf einer Fläche von 16 ha gelungen, eine geschlossene Tannennaturverjüngung mit beigemengter Lärche zu erreichen.´
Der Holzeinschlag liegt bei 4.200 fm, davon 70% Vornutzung. Die Waldarbeit wird von zwei Forstwarten und Bauernakkordanten durchgeführt. Für die Holzernte werden auch Harvester und Seilkräne eingesetzt. Der Betrieb ist mit 50 lfm/ha Forststraßen und Rückewegen ausreichend erschlossen. Auf Wunsch von Kunden wird Bauholz innerhalb von einer Woche nach Maß und Menge bereitgestellt und nötigenfalls auch zur richtigen Mondphase geschlägert. In den Betrieb wurde durch den Zukauf von 25 ha Wald und die Anschaffung von Maschinen für die Holzrückung investiert.
Produktion und Vermarktung von Christbäumen und Stangen für Pferdekoppel
Ein beträchtlicher Anteil des Betriebseinkommens wird durch Produktion und Verkauf von Christbäumen erzielt. Bei der Christbaumproduktion wird besonderer Wert auf eine naturnahe Vorgangsweise gelegt. Um den Einsatz von Herbiziden zu reduzieren, werden die Kulturen vorwiegend maschinell bearbeitet. Bei der Nutzung der Christbäume wird wie beim Bauholz ebenfalls auf die richtige Mondphase geachtet. Es werden vorwiegend Tannenarten, wie Nordmanns-, Colorado-, Korea- und Edeltanne verwendet. In den Christbaumkulturen wird auch Schmuckreisig gewonnen.
Bei der Vermarktung von Christbäumen wird sehr ideenreich vorgegangen. So können Christbäume auch über das Internet - www.tacoli.com - bestellt werden. Als besondere Serviceleistung werden Christbäume auch bis in die Wohnungen der Kunden zugestellt. In Wien, St. Pölten, Traiskirchen und Ober-Grafendorf werden Christbaumstände betrieben. Um Werbung für den heimischen Christbaum zu machen wurden in der Kronen-Zeitung und in verschiedenen Lokalzeitungen Berichte über die Christbäume aus den Forstbetrieben Birkenstein und Friedau veröffentlicht. Auf allen Christbaummärkten wird Glühwein ausgeschenkt und anstelle der Bezahlung um eine Spende gebeten. Die so erzielten Beträge werden für karitative Zwecke verwendet. So wurde die Aktion "Ärzte ohne Grenzen" und Hochwasseropfer unterstützt. Auch werden Christbäume kostenlos an Sozialzentren, Kindergärten, Schulen und Pfarren abgegeben.
Um auch mit dem Holz aus den Erstdurchforstungen einen Erlös zu erzielen, werden Stangen und Steher für Pferdekoppel hergestellt. Diese Stangen werden händisch bearbeitet und gezielt Pferdeställen und Reitunternehmen angeboten. Jährlich werden rund 40.000 lfm Stangen verkauft.
Öffentlichkeitsarbeit
Neben Berichten in verschiedenen Zeitungen werden jährlich mindestens eine Woche in Zusammenarbeit mit der BFI Führungen mit Schulklassen durchgeführt.
13.05.2004, Lebensministerium IV/3


