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windwurf nach einem sturm
Foto: Leopold Ziehaus

Föhnstürme verursachen enorme Schäden

Die Föhnstürme der vergangenen Jahre fällten viele Festmeter Holz. Die Bäume wurden zum Großteil in zwei Meter Höhe geknickt, was den Wert des geworfenen Holzes drastisch reduziert und so einen enormen finanziellen Schaden verursacht.

Die Föhnstürme der vergangenen Jahre fällten viele Festmeter Holz. Die Bäume wurden zum Großteil in zwei Meter Höhe geknickt, was den Wert des geworfenen Holzes drastisch reduziert und so einen enormen finanziellen Schaden verursacht. Aufgrund des geringen Wertes des Schadholzes und der Unbringbarkeit in schwer zugänglichen Wäldern  entstanden  für die heimischen Waldbauern großer Schaden, der durch den Katastrophenfonds und  verschiedene Programme in seiner Auswirkung gemildert werden soll.
 
Die Österreichischen Bundesforste AG als größter Forstbetrieb Österreichs hat  den größten Schadholzanfall zu verzeichnen. Diese Menge wird allerdings in den regulären Holzeinschlag integriert, wodurch eine weitere Marktentlastungsmaßnahme gesetzt wird. Die Aufarbeitung des Schadholzes ist aus Forstschutzgründen dringend in Angriff zu nehmen.

Um einen entsprechenden Holzpreis garantieren zu können ist der Abschluss von Aufarbeitungsverträgen zwischen Waldbesitzer und Holzabnehmer, Zusammenarbeit zwischen den Waldbesitzern und eine Kooperation mit der Holzindustrie ratsam.

Weiterführende Auskünfte dazu erteilen die Bezirksforstinspektionen, die Forstabteilungen der Landwirtschaftskammern und im Lebensministerium DI Dr. Albert Knieling, , Telefon: 01/71 100-7326 oder Ing. Leopold Ziehaus, , Telefon: 01/71 100-7322.

Ein Großteil der Windwurfflächen liegt im Schutzwald. Auf diesen Flächen droht die Gefahr des Verlustes der Schutzwirkung. Kurzfristig sind erhöhte Lawinengefahr, vermehrte Murenabgänge und Verklausungen durch nicht aufgearbeitetes Holz zu befürchten. Schutzwaldsanierungsprojekte und flächenwirtschaftliche Projekte des Forstdienstes und der Wildbach- und Lawinenverbauung werden daher umgehend in Angriff genommen. Der Bund wird die dafür erforderlichen Mittel aus dem Katastrophenfonds zur Verfügung stellen.


Die Stärke der Stürme hat alle Waldtypen gleichermaßen betroffen. Die Stürme, die in den letzten Jahren verstärkt aufgetreten sind, haben eine solche Intensität entwickelt, dass auch der gesündeste und am naturnächsten bewirtschaftete Wald nicht standhalten konnte. Die schwersten Schäden sind diesmal in Schutzwäldern mit höchster Biodiversität und nicht im Wirtschaftswald entstanden.  Auch drei Naturwaldreservate wurden fast zur Gänze zerstört. Enorme Schäden waren auch in Gebieten zu beobachten, die gemäß der Naturnähestudie (Hemerobie österreichischer Waldökosysteme) der Universität Wien als besonders naturnah eingestuft wurden.



Die österreichischen Wälder wurden  in den letzten Jahren durch forstpolitische Weichenstellungen im Bereich der Förderung und Beratung immer naturnäher, was die Erhebungen der österreichischen Waldinventur, dem Waldmonitoring des Bundesamtes und Forschungszentrums für Wald eindrucksvoll belegen:
Die mit Laubholz bestockten Flächen haben im Vergleich der Inventurperioden 1986/90 und 1992/96 um 60.000 Hektar zugenommen. Damit erreicht der Laubholzanteil im bewirtschafteten Wald mehr als ein Fünftel. Besonders deutlich ist die Zunahme der Buche (+ 13.000 Hektar). Die Nadelholzflächen sind hingegen um insgesamt 21.000 Hektar zurückgegangen. Gegenüber der Vorperiode 1986/90 weist die Waldinventur 1992/96 70.000 Hektar mehr Misch- und Laubholz-Reinbestände aus.
Auf knapp mehr als 50% der Fläche wird mit Naturverjüngung gearbeitet und das große Naturverjüngungspotential lässt eine weitere Steigerung dieses Wertes möglich erscheinen. Im österreichischen Wald wird kleinflächig genutzt: Im Wirtschaftswald ist rund die Hälfte der Verjüngungsflächen kleiner als 0,1 Hektar, nur ein Viertel aller freistehenden Verjüngungsflächen sind größer als 0,5 Hektar. 

01.07.2009, Lebensministerium IV/3