Waldentwicklung in Österreich?
Der Wald ist die grüne Hälfte Österreichs. 47,2% des Bundesgebietes, das sind 3,960.000 ha, sind mit Wald bestockt. Rein rechnerisch entfallen auf jeden Einwohner ca. 0,5 ha Wald oder 421 Waldbäume. Die österreichische Waldfläche nahm im Durchschnitt der letzten Jahre um ca. 5.100 ha jährlich zu.
Österreichs Wald ist nicht gleichmäßig über das Bundesgebiet verteilt. Hohe Waldanteile finden sich an den Berghängen des alpinen Bereiches und in den Mittelgebirgen. Waldarme Gebiete liegen im sommerwarmen Osten. Die Österreichische Waldinventur 2000/02 belegt aber eineWaldflächenzunahme in diesen traditionell unterbewaldeten Gebieten. Dazu gehören das Burgenland, das Weinviertel oder der Raum Marchfeld und Wiener Becken. Erstmals wurden hier merkliche Waldflächenzugänge verzeichnet.
Nadelwälder sind naturbedingt in den Bergregionen zu Hause. In den Ebenen und im Hügelland dominieren die Laubwälder, im Übergangsbereich finden sich Mischwälder. In Flußniederungen und entlang großer Ströme mit regelmäßigen Überschwemmungen kommen Auwälder als ökologische Besonderheit vor. Im österreichischen Wald dominieren Nadelbäume, deren Anteil wegen des Überwiegens der Bergregionen schon von Natur aus entsprechend hoch ist. Im Bemühen um mehr ökologische Vielfalt, zeigt sich in den letzten Jahren ein deutlicher Trend zu mehr Mischwäldern. Die Misch- und Laubholzbestände haben um insgesamt 87.000 ha zugenommen, gleichzeitig ist ein Rückgang der Nadelholzreinbestände um 3% zu verzeichnen. Besonders deutlich ist die erstmalige Abnahme der Fichtenreinbestände um insgesamt 79.000 ha. Dieser steigende Anteil an Laubhölzern und Sträuchern in Österreichs Wäldern sowie der Trend weg von Fichtenreinbeständen hin zu Mischbeständen sind Indikatoren für naturnahe Waldwirtschaft.
Insgesamt stehen im österreichischen Wald 1,095 Milliarden m3 Holz, jährlich wachsen 31,28 Mio. m3 zu, nur zwei Drittel davon werden pro Jahr geschlägert. Die Nachfrage nach dem umweltfreundlich, nachwachsenden, heimischen Rohstoff Holz darf also ruhig weiter steigen.
25.06.2008, Lebensministerium IV/3


