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Junguhu
Foto: BMLFUW/Zeggl

Ökosystem Wald

Die ökologische Vielfalt in Österreichs Wäldern gilt es zu erhalten. 39.581 km², das sind 47,2 Prozent der Staatsfläche Österreichs, sind Wald. Österreich hat einen sehr großen Anteil an den Ostalpen und hat Anteil am Donauraum. Es überschneiden sich vielfältige Landschafts-, Klima- und Vegetationsformen.

Es liegt im gemäßigten Klimabereich und zeigt Übergangscharakter vom gemäßigten, atlantisch beeinflussten Westen und Nordwesten bis zum kontinental geprägten Osten. Die Niederschlagsmenge zeigt ein deutliches West-Ost-Gefälle sowie steigende Werte bei zunehmender Höhe.
 
Landschaftlich hat Österreich Anteil an Hoch- und Mittelgebirgsregionen ebenso wie an Hügelland und Ebene. Die Geologie Österreichs ist nicht nur aufgrund der Gebirgsbildungen und Auffaltungen sehr komplex. Die Böden Österreichs haben sich aus kalkhaltigem und aus sauren Gesteinen entwickelt. Die Bodentypen zeigen große Vielfalt.
 
Angepasst an die geologischen, klimatischen, Relief- und Bodenverhältnisse hat sich eine vielfältige Waldgesellschaft an die jeweiligen Standorte angepasst. Und angepasst an die Waldgesellschaften hat sich eine reichhaltige Pflanzen- und Tierwelt entwickelt.
 
Österreichs Wald setzt sich aus 93 verschiedenen Waldbiotoptypen zusammen. Besonders seltene Waldtypen sind Auwälder, die durch menschliche Einflüsse gefährdet sind. Auch Moor-, Sumpf- oder Bruchwälder sind sehr empfindliche Ökosysteme, deren Entwicklung unvorstellbar lange Zeiträume benötigte.
 
Die Wälder Österreichs sind für die Erhaltung und Förderung der Biodiversität von größter Bedeutung. Von den gemeldeten österreichischen Natura 2000 Gebieten (EU-Schutzgebiete) sind rund die Hälfte Wald.
 
Viele Arten und Lebensräume sind von der Bewirtschaftung direkt und indirekt abhängig. Trotz Jahrhunderte langer menschlicher Einflussnahme auf das Ökosystem Wald werden zwei Drittel der Waldfläche als natürlich, naturnah und kaum verändert eingestuft.
 
Eine starke Veränderung zeigen 27 Prozent des Waldes, nur wenig wird als künstlich eingestuft. Die Erhaltung dieses Naturerbes unserer Wälder ist Ziel und Aufgabe des Lebensministeriums. Der Begriff „Hemerobie“ gibt den Grad der menschlichen Beeinflussung auf die Biotope, Biozönosen und Ökosysteme an. 
 
Das Naturwaldreservate-Programm stellt für Österreich einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung und Verbesserung der biologischen Vielfalt der Wälder dar. Naturwaldreservate (NWR) sind Waldflächen, die für die natürliche Entwicklung des Ökosystems Wald bestimmt sind und in denen jede unmittelbare Beeinflussung unterbleibt. Seit dem Jahr 1996 wurde ein österreichweit, für alle Waldgesellschaften repräsentatives Netz von Naturwaldreservaten eingerichtet mit derzeit 188 Reservaten mit einer Gesamtfläche von 8470 Hektar. Es dient der Erhebung von Grundlagen für die Weiterentwicklung eines ökologisch orientierten, naturnahen Waldbaus.
 
In Österreich gibt es derzeit sechs Nationalparks deren ökologischer Wert von so großer Bedeutung ist, dass eigene Verwaltungen für den Schutz dieser Ökosysteme eingerichtet wurden. Nationalparks sind oft letzte Rückzugsräume für Tier- und Pflanzengesellschaften, die ohne den Schutzstatus ihrer Lebensräume vom Aussterben bedroht wären. Die Nationalparks in Österreich sind der Größe nach: Hohe Tauern, Kalkalpen, Gesäuse, Seewinkel (Neusiedler See), Donauauen und Thayatal.
 
Im Gegensatz zu Nationalparks sind Naturparke vom Menschen gepflegte charakteristische Landschaften, die sich durch ihre Unberührtheit, ihre natürlichen und kulturellen Höhepunkte sowie ein breites Angebot an Möglichkeiten des Naturerlebens und - begreifens auszeichnen. In Österreich gibt es derzeit 44 Naturparke, die insgesamt eine Fläche von rund 400.000 ha umfassen. Die meisten Naturparke liegen in Ostösterreich, in den Bundesländern Niederösterreich, Steiermark und Burgenland.
 
Biosphärenreservate (-parks) sind Naturlandschaften, deren kultureller Wert nach Kriterien der UNESCO als besonders wertvoll für den Menschen und seine lebende Umwelt (Biosphäre) gilt.

15.02.2008, Lebensministerium Öffentlichkeitsarbeit